Medienunterstütztes Studium der Informatik
Abteilung Computer Graphics & Human-Computer Interaction Fachbereich Informatik der Universität Oldenburg

Arbeitsbereich "Didaktisches Design webbasierter Lernsoftware"

Thesen als Ausgangspunkt

Ausgangspunkt der Entwicklung von Designkriterien für Lernsoftware sind folgende Thesen zum Istzustand und zur Lehrmethodik:
  • Die Organisationsform "Vorlesung" ist schlecht geeignet für die Vermittlung des Verständnisses von Vorgängen und von prozeduralem Wissen (Methodenwissen). Derartige Lernprozesse sind durch Medien zu verbessern, bei denen Simulationen und Animationen möglich sind.
  • Effektive Lernsoftware muss entwickelt werden in Hinblick auf die jeweilige Zielgruppe und muss den Kontext ihres Einsatzes berücksichtigen. Eine Verwendung der Software im Kontext einer anderen Vorlesung ist oft nur nach Anpassungsprogrammierung und / oder nach einer radikalen Umstellung der Vorlesung möglich.
  • Die Integration von Lernsoftware in eine Vorlesung ist nur dann ohne weiteres möglich, wenn sie zeitlich neben der Vorlesung zum "selbstorganisierten offenen Lernen" zur Verfügung gestellt wird.
  • Wenn wesentliche Teile eines Stoffgebiets nicht mehr in einer Vorlesung sondern in einer offenen Lernumgebung angeboten werden, dann müssen die Studierenden durch Mentoren begleitet werden.

Entwicklung einer Designmethode

Die software-ergonomische Methode MUSE II (Method for User Interface Engineering) wird weiterentwickelt zur Anwendung bei der Gesatltung telematik-basierter Lernsoftware. Sie entstand an der Universität Oldenburg seit 1989 und wurde insbesondere in den Projekten EXPOSE (finanziert durch BMBF 1991-94) und MUSE (finanziert aus Nds. VW-Vorab1995) vorangetrieben. Sie basiert auf der Handlungsregulationstheorie, die von Arbeitspsychologen entwickelt wurde und zum Ziel hat, Störfaktoren ("Regulationshindernisse") bei der Erledigung von Aufgaben durch einem Menschen in einer Arbeitsorganisation zu erkennen und zu beseitigen. Eine notwendige Voraussetzung für die Anwendung dieser Theorie, die auch die Grundlage für die Gestaltungsempfehlungen der DIN 29241, Teil 10 (wortgleich mit ISO/EN 9241,10) bildet, ist eine Analyse des Anwendungskontexts und seiner Einflüsse auf die Aufgabenbearbeitung. Um die Methode MUSE auf die Entwicklung von Lernumgebungen übertragen zu können, müssen mit der DIN 29241 vergleichbare Kriterien entwickelt werden insbesondere muß geklärt werden, welche Einflüsse als Regulationshindernisse bei Lernvorgängen zu berücksichtigen sind. Diese Untersuchungen wird durch ein laufendes Dissertationsvorhaben unterstützt.

Ansprechpartner: Dipl. Math. H. Donker



Letzte Änderung 10.4.2000
Nils Faltin
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