Schriftliche Konzeptausarbeitung Holger, Matthia s, Peter, Torsten

 

Für die Gestaltung der Blockseminarwoche haben wir uns Gedanken gemacht, die wir im Folgenden in Form dieses Konzeptes an Euch weitergeben wollen.

 

Wie es sich ergibt, scheint es gut mit der anderen Evaluationsgruppe zusammen zu passen, was wir vorhaben. Wir wollen das Communicator-Paket von Netscape in den wichtigstens Bestandteilen evaluieren. Dafür haben wir uns aus dem best ehenden Methodenkatalog zwei herausgegriffen, die wir Euch näher vorstellen und auch mit Euch üben wollen. Dies ist zum Einen die Heuristiken Analyse nach den zehn Heuristiken von Nielsen. Und zum anderen ein empirischer Benutzert est mit Videoaufzeichnung. Im foldenden sollen diese beiden Methoden noch ausf&u uml;hrlicher Beschrieben werden.

Heuristikenanalyse

 

Bei der Heuristikenanalyse evaluieren "Experten" für User Interfaces ein bestimmtes Softwarepaket anhand von bestimmten Richtlinien, eben den Heuristike n. Ein oft verwendeter Satz von Heuristiken sind die von Jakob Nielsen. Wir habe n sie einfach mal von seiner Seite (Link in der Mail von Thomas und Ingo!) kopie rt:

 

 

 

Die Heuristikenanlyse hat zwei Ziele:

 

  1. Die Experten sollen Probleme die mit der Software bestehen finden und sich e in Bild über das Paket machen, aufgrund dessen schon Verbesserungsvorschl&a uml;ge gemacht werden können. Es ist nach Nielsen eine sog. Discount- Evalu ation, weil es nicht allzulange dauert und man mit ca. 4 bis 5 Evaluatoren schon viele, wenn nicht die meisten Fehler finden kann.
  2. Es soll möglich werden, zu einer gesicherten Aufgabenstellung für den Benutzertest zu kommen. Die Benutzer können gezielt zu den Programmstel len geführt werden, die von den Evaluatoren in der Heuristikenanalyse als p roblematisch gewertet wurden. So kann man dann empirisch prüfen, ob die Pro bleme sich auch in der Praxis als solche darstellen, oder nur bei der artifiziel len Suche nach Ihnen, auf die die Heuristikenanalyse angelegt ist.

 

Bei der Durchführung unserer Heuristikenanalyse haben wir festgestellt, daß es nicht leicht ist die sehr allgemeinen, abstrakten Heuristiken in ve rwertbare Gestaltungsprüfungen umzusetzen. Wir würden also auch gerne mit Euch die Anwendbarkeit und den Nutzen dieser Methode diskutieren. Dabei k&ou ml;nnten wir uns vergleichend vielleicht kurz sowohl die ISO Norm 9241 in den Te ilen 10 und 11, als auch den MS Styleguide ansehen, ob sich hieraus vielleicht p raktischere Konsequenzen ergeben könnten (Diesen Teil sehen wir aber eher a ls "Kür").

 

Benutzertest:

Den Benutzertest wollen wir machen, um einerseits, wie oben schon gesagt, zu sehen, ob die gefundenen Probleme denn auch praxisrelevant sind. Zum Anderen bietet der empirische Test noch sehr große andere Einsichtsmö glichkeiten. Nutzer, haben oft mit Dingen Probleme, die man vorher beim besten W illen nicht vorhersehen konnte (oder wollte?). Es ist sicherlich von große m Nutzen, mal zu sehen, wie Benutzer denn nun wirklich mit der Software arbeiten . Auch dem Interface"Experten" fällt es sicherlich oft schwer zu sehen, war um genau an dieser Stelle der Nutzer Probleme haben sollte. Dies, so hoffen wir, sollte durch den Nutzertest klar werden.

 

Im Prinzip ist das Vorgehen dabei das Folgende:

Aus der Heuristikenanalyse (und vielleicht aus anderen Überlegungen) her aus wurden also Aufgaben entwickelt. Diese sollten auf die typische Nutzung des Nutzers abgestimmt sein (der Versuchsteilnehmer sollte daher natürlich f&uu ml;r die Zielgruppe repräsentativ sein). Während der Bearbeitung der A ufgaben durch den Nutzer, die zur dauerhaften Dokumentation auf Video aufgezeich net wird, werden dann verschiedene Dinge beobachtet, gezählt und erhoben. S o entsteht eine Datenbasis, die es erlaubt, die Software zu bewerten. Einige typ ische erhebbare Maße sind z.B.:

 

 

Dabei werden meist Bildschirm, Gesicht, Tastatur und evtl. Umgebung auf Video mit Ton aufgezeichnet, so daß die Daten die im ersten Durchgang (direkt b ei der Beobachtung) nicht schnell genug erhoben werden können, im nachhinei n ausgewertet werden können.

 

Fragen, die wir hier also stellen und beantworten wollen:

 

Wie Ihr Euch wahrscheinlich leicht ausmalen könnt ist besonders die Ausw ertung des Videobandes eine sehr zeitintensive Sache (die Leute im Lab in Bremen rechnen mit 10 Stunden Auswertungszeit für eine Stunde Video). Deshalb hab en wir uns folgendes Vorgehen vorgestellt. Wir (unsere Gruppe) fahren schon im V orhinein (im Jannuar) nach Bremen, um dort auf einen Benutzertest mit Netscape z u machen. Die Heuristikenanalyse bearbeiten wir schon und werden sie noch weiter vervollständigen. Das dort entstandene Video werden wir dann schon mal in Ruhe auswerten, um wichtige Stellen zu kennen und später die Diskussion bei der Auswertung etwas lenken zu können.

 

Weil Ihr natürlich aber auch einen Eindruck davon haben sollt, wie man d enn bei der Aufzeichnung und dem Test selber vorgeht, wollen wir in der Zeit des Blocks in Bremen, die dort verfügbare Standardaufgabe mit Euch aufzeichene n. Diese Standardaufgabe besteht in der Analyse von Telefonnummernrecherche &uum l;ber verschiedene Medien (klassisches Telefonbuch, Internet, CD-ROM). Die Auswe rtung dieses Bandes wollen wir aber nicht oder wenn nur sehr kurz vornehmen, son dern dafür wollen wir dann auf das schon vorbereitete Video mit dem Communi catortest zurückkommen. Die Heuristikenanalyse wollen wir auch mit Euch anh and des Communicators machen.

 

Nochmal in Stichpunkten:

Block:

Besuch in Bremen und Durcharbeiten der Standardaufgabe (hier verla ssen wir uns auf Herrn Ansorge und die hoffentlich festgelegten Ergebnisse der S tandardaufgabe, werden das aber mit Ihm noch absprechen!)

Ziele:

Ziel in Bremen ist es, den Prozeß des Aufnehmens des Benutze rs und den Test zu sehen

Ziel im Rest des Blocks ist es, die Auswertung vorzustellen und ein wenig str ukturiert zu zeigen, wie so was aussehen und gemacht werden kann.

 

Zeitplanung (als groben Anhaltspunkt zu verstehe n!!)

Heuristische Analyse (ca. 4 Std)

 

Benutzertest (ca. 5,5 Std)

Abschlußdiskussion (Ausblick und Bewertung) als Zusammenfassung und Vor arbeit für den schriftlichen Bericht - Was können wir jetzt an Ergebni ssen herausziehen und Diskussion von Verbesserungsvorschlägen (60 Min)